„Wimpelwache und Weltmeister“ – ein Bericht der Siegener Zeitung

„Bereits zum 52. Mal findet in diesem Jahr das Zeltlager der Zugvögel Wittgenstein auf dem Giller statt. Und auch nach so langer Zeit hat das umfangreiche Angebot an Spielen und Aktivitäten nichts an Attraktivität eingebüßt. Es wurde zum Beispiel schon ein eigener Pool gebaut, der an heißen Tagen für Abkühlung sorgte. Da dieser aber doch etwas zu klein für alle 50 Jungen und Mädchen war, fuhren die Betreuer mit ihnen nach Plettenberg und nach Medebach ins Schwimmbad. Dort konnten sie sich an zahlreichen Rutschen so richtig verausgaben.IMG_0666

Wenn die Zeltlager-Gemeinschaft nicht gerade einen Ausflug macht, bieten die Betreuer den Kindern Geländespiele und – wie es die Zugvögel nennen – Interessengemeinschaften an. In den Gruppen unternehmen sie gemeinsame Aktivitäten wie Backen oder einen Wellness-Nachmittag. Das nutzen jedoch nicht nur die Mädchen. Tatsächlich nehmen sogar fast mehr Jungen an diesen Angeboten teil. Im vergangene Jahr seien die Jungs, die eher als Draufgänger galten, bei dem Wellnessprogramm dabei gewesen, erinnerte sich Betreuerin Lena Jochims im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Aber auch ganz andere Aktionen kommen im beliebten Zeltlager der Zugvögel nicht zu kurz. Zum Beispiel wurde eine eigene Weltmeisterschaft ausgetragen, bei der die Mannschaften zuerst ihre Trikots gestalteten und danach um den Sieg spielten. Sieger war Dynamo Weltmeisterlich, das Team setzte sich im Finale gegen den 1. FC Wimpelwache durch. Als Gewinn bekommt die Siegermannschaft einen Überraschungspreis, der am Besuchstag der Eltern vergeben wird. Auf die Frage, was ihm bis jetzt am meisten Spaß gemacht hat, wusste der zwölfjährige Deniz sofort eine Antwort. „Mir hat die WM am meisten Spaß gemacht.“ Das überrascht nicht, schließlich war er in der Gewinner-Mannschaft.

Aber es gibt ja noch weitere Highlights. Auf dem Programm stehen in dieser Woche unter anderem noch eine Zwei-Tages-Wanderung und ein Besuch in der Kletterhalle in Schmallenberg. Ab und an kommen auch immer mal ehemalige Teilnehmer oder Freunde der Kinder vorbei, besonders nachts, wenn es darum geht, den Wimpel zu klauen. Das muss die Wimpelwache natürlich verhindern.

Nach den Abenden am Lagerfeuer mit Gesang und Geschichten müssen die Wachen den Wimpel mit wachsamen Ohren und Augen von 22.30 bis 1.30 Uhr beschützen. Sollte es doch mal jemand schaffen, bis zum Wimpel vorzudringen, heißt es: schnell hinterher und den Wimpel zurückholen. „Bis jetzt waren die Kinder sehr erfolgreich bei der Verteidigung des Wimpels“, verriet Lena Jochims. Trotz der vielen Kinder sind das Zusammenleben und die Organisation kein Problem. Dafür sorgt das Team der Betreuer. „Wir ziehen alle an einem Strang und dann klappt auch alles ohne Probleme“, erklärte Lagerleiterin Laura Meyer. Sollte sich doch mal jemand daneben benehmen, droht der „Klodienst“: Toiletten und Duschen müssen schließlich geputzt werden, doch auch das wird als Anlass für Spaß genommen. „Wir haben irgendwann eine Schaumschlacht daraus gemacht“, meinte der 14-jährige Thure.

Auch auf Ordnung wird geachtet, die Zelte jeden Tag kontrolliert. „Die dreckigsten Zelte werden ausgeräumt“, meinte Betreuerin Lena Meyer. In diesem Jahr können die Kinder in brandneuen Zelten schlafen, die vom Lions-Club Wittgenstein gespendet wurden, der mehrere Jugendförderprogramme mit den Einnahmen seines Adventskalenders (die Siegener Zeitung berichtete) unterstützte. Im Rahmen des Zeltlagers konnten die Zugvögel einige langjährige Mitglieder ehren. Anja Schneider- Kiesow, Michael Schneider, Michaela Strohmann, Nadine Walter und Dieter Lauber sind bereits seit 25 Jahren im Verein. Noch länger sind Helmut Pickhard, Mechthild Völkel, Gisela Mogk und Christian Dannhauer dabei. Sie gehören den Zugvögeln Wittgenstein bereits seit 50 Jahren an.“

 

Quelle: Siegener Zeitung

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